Verantwortlich: Alexander Seidel
Bereitgestellt: 01.04.2022
Abgesagt Passionskonzert am 02.04.2022
Wir setzen am 02.04.22 den Höfner Passionszyklus mit der Markuspassion fort!
Alexander Seidel,
Leider haben uns in den letzten Tagen so viele Krankmeldungen im Ensemble und bei Solisten erreicht, sodass das Konzert in diesem Jahr nicht möglich ist. Wir wünschen allen Erkrankten gute Besserung!
Nach dem ersten Passionskonzert mit
Heinrich Schütz' Lukaspassion im
Jahr 2019, präsentieren wir Ihnen
dieses Jahr ein ganz besonderes Werk:
die wohl im ersten Jahrzehnt
des 18. Jahrhunderts entstandene
Markus-Passion eines bislang nicht
näher bekannten Komponisten
namens «Keiser».
In Bachs Notenbibliothek nimmt sie einen
prominenten Platz ein, denn sie ist die
einzige fremde Passionsmusik,
die Bach mindestens drei Mal
(1713 in Weimar. 1726 und
zwischen 1743 und 1748 in Leipzig)
in jeweils unterschiedlicher Gestalt
zur Aufführung brachte.
Dabei stellte er von dem Werk, wie damals üblich, eine eigene Version her, bei der die jeweiligen Erfordernisse und Gegebenheiten der Besetzung und des Aufführungsorts berücksichtigt wurden. In der Weimarer Fassung etwa fügte Bach zwei Choräle hinzu. In der dritten und letzten Fassung ersetzte er sieben Arien durch Arien aus der Brockes-Passion von Georg Friedrich Händel.
Keisers Passion war in mehrerer Hinsicht das Vorbild für Bachs eigene Passionskompositionen. Dies fällt bereits im formalen Aufbau auf. Bach übernahm die Abfolge von Chören, Evangeliumserzählung, Arien und Chorälen. Auch in der Arientechnik und in der Behandlung der Rezitative gibt es Parallelen. Besonders deutlich ist dies bei den lesus-Worten zu sehen, die bei Bach mit einem weichen Streicher-Akkompagnato unterlegt sind. Auch der Sinn für Dramaturgie Keisers, der ein ausgewiesener Theater- und Opernkomponist war, hat auf Bach abgefärbt.
Wie Keiser seine Passion selbst aufgeführt hat, ist unbekannt. Eine Originalversion des Werkes wurde bislang nicht gefunden. Was wir heute davon wissen, beruht auf mehr oder weniger bearbeiteten Aufführungsmaterialien verschiedener Komponisten. Nicht zuletzt deswegen wird
teilweise angezweifelt, ob die Passion von Keiser stammt, oder von Bruhns, denn das gedruckte
Libretto der Markus-Passion ist hinsichtlich der Autorenschaft mehrdeutig und lässt offen, ob
der Hamburger Dommusikdirektor Friedrich Nicolaus Bruhns 1707 lediglich eine Aufführung lei-
tete oder aber als Komponist genannt wird.
Wir sind überzeugt, dass die Aufführung dieser Markuspassion bei uns in den Höfen etwas
sehr Besonderes sein wird. Kommen Sie und entdecken Sie mit uns gemeinsam die Handschrift
dieser drei Komponisten in diesem Werk.
Der Eintritt zum Konzert ist frei, wir bitten um eine Kollekte zugunsten der Kirchenmusik.
Dieses Konzertprojekt wird unterstützt von der Ostschweizer Stiftung für Musik&Theater und der Vontobel Stiftung sowie einigen privaten Unterstützern des Vokalensembles Höfe.
Wir danken recht herzlich dafür!
Es gelten die am 02.04.22 geltenden Corona-Regeln für einen Konzertbesuch.
Nach dem ersten Passionskonzert mit
Heinrich Schütz' Lukaspassion im
Jahr 2019, präsentieren wir Ihnen
dieses Jahr ein ganz besonderes Werk:
die wohl im ersten Jahrzehnt
des 18. Jahrhunderts entstandene
Markus-Passion eines bislang nicht
näher bekannten Komponisten
namens «Keiser».
In Bachs Notenbibliothek nimmt sie einen
prominenten Platz ein, denn sie ist die
einzige fremde Passionsmusik,
die Bach mindestens drei Mal
(1713 in Weimar. 1726 und
zwischen 1743 und 1748 in Leipzig)
in jeweils unterschiedlicher Gestalt
zur Aufführung brachte.
Dabei stellte er von dem Werk, wie damals üblich, eine eigene Version her, bei der die jeweiligen Erfordernisse und Gegebenheiten der Besetzung und des Aufführungsorts berücksichtigt wurden. In der Weimarer Fassung etwa fügte Bach zwei Choräle hinzu. In der dritten und letzten Fassung ersetzte er sieben Arien durch Arien aus der Brockes-Passion von Georg Friedrich Händel.
Keisers Passion war in mehrerer Hinsicht das Vorbild für Bachs eigene Passionskompositionen. Dies fällt bereits im formalen Aufbau auf. Bach übernahm die Abfolge von Chören, Evangeliumserzählung, Arien und Chorälen. Auch in der Arientechnik und in der Behandlung der Rezitative gibt es Parallelen. Besonders deutlich ist dies bei den lesus-Worten zu sehen, die bei Bach mit einem weichen Streicher-Akkompagnato unterlegt sind. Auch der Sinn für Dramaturgie Keisers, der ein ausgewiesener Theater- und Opernkomponist war, hat auf Bach abgefärbt.
Wie Keiser seine Passion selbst aufgeführt hat, ist unbekannt. Eine Originalversion des Werkes wurde bislang nicht gefunden. Was wir heute davon wissen, beruht auf mehr oder weniger bearbeiteten Aufführungsmaterialien verschiedener Komponisten. Nicht zuletzt deswegen wird
teilweise angezweifelt, ob die Passion von Keiser stammt, oder von Bruhns, denn das gedruckte
Libretto der Markus-Passion ist hinsichtlich der Autorenschaft mehrdeutig und lässt offen, ob
der Hamburger Dommusikdirektor Friedrich Nicolaus Bruhns 1707 lediglich eine Aufführung lei-
tete oder aber als Komponist genannt wird.
Wir sind überzeugt, dass die Aufführung dieser Markuspassion bei uns in den Höfen etwas
sehr Besonderes sein wird. Kommen Sie und entdecken Sie mit uns gemeinsam die Handschrift
dieser drei Komponisten in diesem Werk.
Der Eintritt zum Konzert ist frei, wir bitten um eine Kollekte zugunsten der Kirchenmusik.
Dieses Konzertprojekt wird unterstützt von der Ostschweizer Stiftung für Musik&Theater und der Vontobel Stiftung sowie einigen privaten Unterstützern des Vokalensembles Höfe.
Wir danken recht herzlich dafür!
Es gelten die am 02.04.22 geltenden Corona-Regeln für einen Konzertbesuch.
